Lilly reduziert Investment

Die gestrige Nachricht von Lilly hat mich überrascht. Die Verantwortlichen von Lilly Deutschland haben mich gestern persönlich über die unternehmerische Entscheidung informiert, die ursprünglich geplante Investition am Standort Alzey deutlich zu reduzieren.

Zunächst einmal ist festzuhalten: Diese Entwicklung ist für unsere Stadt überraschend, dennoch bleibt die Ansiedlung eine Erfolgsstory. Gemeinsam mit dem Unternehmen, dem Land Rheinland-Pfalz, unserer Erschließungsgesellschaft (EGA Alzey) und vielen weiteren Partnern haben wir in den vergangenen Jahren intensiv daran gearbeitet, die Voraussetzungen für diese bedeutende Ansiedlung zu schaffen. Umso bedauerlicher ist es, dass die ursprünglich angekündigten Investitionen nun möglicherweise nicht in vollem Umfang umgesetzt werden sollen.

Gleichzeitig gilt es, die Dimensionen einzuordnen. Lilly hält an dem Engagement in Alzey fest. Nach aktuellem Stand werden weiterhin rund 500 Arbeitsplätze direkt geschaffen. Das bleibt eine bedeutende Investition für unsere Stadt, für die Region Rheinhessen und für den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz insgesamt. Für die bereits eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Entscheidung nach Angaben des Unternehmens keine Auswirkungen.

Nach Aussage von Lilly steht die Entscheidung im Zusammenhang mit den aktuell geplanten gesetzlichen Änderungen auf Bundesebene und der daraus resultierenden Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wenn internationale Unternehmen Investitionsentscheidungen in dieser Größenordnung überdenken, dann muss dies ein deutliches Warnsignal sein.

Die Bundesregierung steht nun in der Verantwortung, die Sorgen der Unternehmen ernst zu nehmen, den Dialog zu suchen und für verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Wer Investitionen, Innovationen und hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland halten und gewinnen möchte, muss Planungs- und Investitionssicherheit gewährleisten. Hier gilt es aus meiner Sicht dringend nachzubessern. Seit Bekanntwerden der Entscheidung stehe ich hierzu auch in engem Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Jan Metzler. 

Ich begrüße ausdrücklich, dass die Landesregierung Rheinland-Pfalz bereits deutlich gemacht hat, dass die aktuellen Entwicklungen ein Weckruf für Berlin sein müssen. Auch Ministerpräsident Gordon Schnieder und Wirtschaftsminister Michael Ebling haben heute betont, dass Gesundheits- und Wirtschaftspolitik gemeinsam gedacht werden müssen und die Pharmaindustrie auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen ist.

Für Alzey bleibt entscheidend: Wir stehen weiterhin fest an der Seite des Unternehmens und seiner Beschäftigten. Wir werden die weiteren Entwicklungen aufmerksam begleiten und gemeinsam mit unseren Partnern auf allen politischen Ebenen dafür werben, dass Deutschland und damit auch Alzey ein attraktiver Standort für Zukunftsinvestitionen bleibt.

Die aktuelle Entscheidung ändert nichts daran, dass die Ansiedlung von Lilly eines der bedeutendsten Wirtschaftsprojekte in der Geschichte unserer Stadt bleibt.

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